Ungewöhnliche Show: Ensemble improvisierte ein Musical
Das Ensemble Salon Spontan brachte das Impro-Musical „One Night Only“ auf die Kammerbühne und verblüffte damit das Publikum mit der Stegreifdarbietung.

Was macht ein gelungenes Musical aus? Große Gefühle, ein bombastisches Bühnenbild, bezaubernde Kostüme und Choreografien, eine Geschichte zum Mitfiebern und natürlich die mitreißende Musik! Das alles haben sie nicht – kein Skript und keine Partitur! Die vier Künstler haben nur die Bühne und die Zuseher, die den Verlauf der Handlung bestimmen.
Am Beginn erläuterten sie den Titel: „Es heißt One Night Only, denn das gibt es nur heute. Wir brauchen dazu Ihre Hilfe!“ Sie forderten das Publikum auf, Stichworte reinzurufen, woraus sie dann eine Handlung entwickeln würden. Aus den Begriffen „Bar“, „80er Jahre“ und „2. Montag“ kreierten die drei Schauspieler und der Pianist spontan auf der Bühne das Musical „Der zweite Montag“ mit einigen Ausschnitten von Hits der 80er Jahre.
Kern des Stücks war die Eröffnung einer neuen Bar an einem Montag, wobei jedoch die Gäste ausblieben – einerseits dem ungewöhnlichen Tag geschuldet, andererseits wegen der Intrigen des Pfarrers und des Pfarrgemeinderates. Zwischendurch wechselte die Handlung in das Wohnzimmer eines älteren Ehepaares.
Im ersten Akt wirkte die Geschichte erwartungsgemäß noch etwas mühsam konstruiert, doch nach der Pause nahm sie an Fahrt auf. Die witzigste Szene handelte im Beichtstuhl mit unterschiedlichen Gläubigen. Schließlich wurde die Bar am nächsten Montag nochmals ohne Intrigen und mit vielen Gästen eröffnet, und der Besitzer hatte dort ein Revival mit seiner Jugendliebe.
Bewundernswert war nicht nur das Improvisationstalent der drei Darsteller bei Handlung, Texten und Liedern, sondern auch das Können von Pianist Johannes Peham, der mit seinen musikalischen Ideen das Musical wesentlich beeinflusste. Dazu beeindruckte Magda Leeb mit ihrer großartigen gesanglichen Darbietung. Ein sehr unterhaltsamer und spannender Abend endete mit viel Applaus für die Akteure.
Foto: Reinhard Hofbauer (NÖN)