Aufschließungsarbeiten: Neue Siedlung entsteht in Ottenschlag

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Bürgermeister Paul Kirchberger und die geschäftsführende Gemeinderätin Claudia Stöcklhuber vor der Baustelle für die neue Siedlung in der Mittagspause.

Am östlichen Ortsrand von Ottenschlag sind die Aufschließungsarbeiten für einen neuen Ortsteil in vollem Gang. Gleichzeitig wurde schon mit Baggerarbeiten für eine weitere Siedlung am anderen Ortsende begonnen.

Bürgermeister Paul Kirchberger nannte im NÖN-Gespräch die Beweggründe für neues Bauland: „Wir hatten keine Baugründe mehr zur Verfügung. Grundsätzlich ist das meiner Meinung nach wichtig für die Zukunft von Ottenschlag, dass man jungen Familien Baugründe anbieten kann.“ Hier entstehen 14 Baugründe für Einfamilienhäuser, und zusätzlich ist ein Bereich für eine mögliche künftige Wohnhausanlage reserviert. Geplant ist der Abschluss der Grundarbeiten bis Ende Oktober und die Asphaltierung für 2027.    

2021 wurde von der Gemeinde mit dem Grundbesitzer, der Forstverwaltung Stift Göttweig, diesbezüglich Kontakt aufgenommen. Danach erfolgte ein Grundtausch mit einer Vorbesitzerin, sodass sich eine zusammenhängende Fläche für Stift Göttweig ergab, das nach wie vor die Baugründe besitzt und an die Interessenten verkauft. Der nächste Schritt war 2023 die Raumplanung durch das Büro Aufhauser und das Land Niederösterreich.

Unerwartetes Hindernis verzögerte das Projekt

Das Artenschutz-Genehmigungsverfahren verlief klaglos, doch es gab wegen der notwendigen Abholzung Probleme mit der Bezirks-Forstverwaltung, die eine Ersatzaufforstung verlangte. Das Projekt verzögerte sich dadurch um fast zwei Jahre und konnte nicht weiter vorangetrieben werden. Wegen der Unsicherheit bezüglich der Genehmigung wurde vorsorglich eine größere Fläche mehrerer Grundbesitzer mit deren Einverständnis beim sogenannten Haltergraben am westlichen Ortsende umgewidmet und für zehn Baugründe parzelliert.

Doch schließlich wurde 2024 von der Forstverwaltung in Zusammenarbeit mit Göttweig eine Alternative für die Ersatzaufforstung gefunden, das Projekt genehmigt und das Baugrund-Angebot veröffentlicht. 2025 erfolgte die Ausschreibung für die Errichtung der Infrastruktur und die Planung mit den Hydroingenieuren. Im Frühjahr 2026 konnte das Wiener Bauunternehmen Leithäusl mit den Arbeiten beginnen. Die Arbeiten am Haltergraben werden heuer nicht mehr fortgeführt – sie wurden aus Gründen der Kostenminimierung von der Baufirma mitgemacht.

Riesiges Rückhaltebecken missfällt manchen Bürgern 

Für wenig erfreulichen Gesprächsstoff in der Gemeinde Ottenschlag sorgt derzeit das riesige Retentionsbecken – das Rückhaltebecken mit dem künstlich angelegten Auffangsystem für Regenwasser – unterhalb der künftigen Siedlung. Es wurde notwendig, da in der Kläranlage kein Wasser mehr aufgenommen werden kann. Das Becken ist etwa 400 m² groß und knapp drei Meter tief. Am Grund lagern jeweils mehrere Schichten Vlies und Schotter, darüber kommt ein Meter Erde. Das Wasser wird dort gefiltert und kommt dann gereinigt in den Oberen Ortsteich, der ein Badeteich ist.

Bürgermeister Paul Kirchberger: „Die Dimension des Beckens hat uns selbst überrascht, obwohl für jeden Baugrund eine Zisterne vorgeschrieben wurde, um die Größe des Retentionsbeckens zu reduzieren.“ Ungewiss ist noch, wie die Umgebung dieser riesigen Grube gefällig gestaltet werden soll. Kirchberger stellte auch klar: „Kanal, Wasser und Strom dürfen nicht in einer Künette liegen, darum wird so oft aufgegraben!“

Fotos: Reinhard Hofbauer (NÖN)

Auch für die künftige Siedlungsstraße beim Haltergraben wurde bereits gebaggert.
Das riesige Retentionsbecken sorgt für Gesprächsstoff.

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