Erste Zertifikate für den Lehrgang„Volkskultur neu denken“

Die Volkskultur landet im 21. Jahrhundert. Einblicke in diese Entwicklung und Know-how für die Praxis gab es beim ersten Lehrgang „Volkskultur neu denken“ in Zusammenarbeit mit dem Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien. Nach dem ersten Durchgang gab es nun Zertifikate für die Teilnehmenden. Auch Johanna Schrammel aus Hacklhof war unter den Teilnehmenden.
(Krems-Stein, 29. Juni 2026) – Volkskultur ist kein verstaubtes Relikt aus der Vergangenheit, sondern ein elementarer Bestandteil der gegenwärtigen Alltagskultur in Niederösterreich. Im neuen Lehrgang „Volkskultur neu denken“ konnten sich davon 27 Teilnehmende überzeugen. Sie tauchten in die Geschichte der Volkskultur und die Entwicklung ihrer Themen ebenso ein wie gesellschaftliche Funktion, in Bräuche, und Tradition, Volksmusik, Volkstanz sowie Kleidung und Tracht. Die fünf Module hatte die Volkskultur Niederösterreich gemeinsam mit dem Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien entwickelt. Eingebettet in die Akademie der Kultur.Region.Niederösterreich, führte der Lehrgang die Erkenntnisse aus dem gleichnamigen Symposium im Vorjahr fort.
Zertifikate für Teilnehmende aus ganz Niederösterreich
Nach Abschluss der fünf Module bekamen 22 Teilnehmende aus ganz Niederösterreich im Haus der Regionen in Krems-Stein ihre Zertifikate überreicht. Für Kultur.Region.Niederösterreich-Geschäftsführer Martin Lammerhuber ist der erste Lehrgang „Volkskultur neu denken“ ein großer Erfolg: „Wir entwickeln viele Bereiche weiter. So wie die Musikschulen zu Musik und Kunst Schulen wurden, wie wir die Rockmusik in das Portfolio der Kultur.Region.Niederösterreich aufgenommen haben. So wie wir die Museen und Sammlungen aufgrund der Digitalisierungsoffensive weiterentwickelt haben, die Kulturinitiativen neue Wege gehen, so ist es wichtig, dass die Volkskultur innovativ Neues denkt und denken lässt und trotzdem ihre festen Wurzeln nicht verleugnet.“
Auch Lehrgangsleiterin Brigitta Schmidt-Lauber, Vorständin des Instituts für Europäische Ethnologie, ist sich nach dem ersten Durchgang zufrieden: „Wir hatten eine sehr engagierte und interessierte Gruppe aus ganz unterschiedlichen Feldern der kulturellen Praxis. Der Austausch war für alle Seiten ein Gewinn.“ Mit dem Lehrgang sei es gelungen zu vermitteln, dass Kultur und Volkskultur dynamisch-prozessuale Geschehnisse sind, die gesellschaftliches Leben einer Zeit spiegeln und ihm entsprechen.“ Das führe zur Reflexion etwaiger ideologischer Zuschreibungen und zu Überlegungen, Praktiken und Selbstverständnisse von Vereinen, regionalen Bräuchen oder Aufgabenfeldern neu zu interpretieren und Wege der Anpassung an gesellschaftliche Verhältnisse der Gegenwart zu suchen.
Know-how für das 21. Jahrhundert
Beim Lehrgang waren Expertinnen und Experten am Wort und vermittelten ihr Know-how: Brigitta Schmidt-Lauber, Vorständin des Instituts für Europäische Ethnologie, Jens Wietschorke, Ethnologe am Institut für Empirische Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie an der Universität München, Michael Greger, Europäischer Ethnologe und Leiter des Salzburger Landesinstituts für Volkskunde, Klaus Schönberger, Professor für Kulturanthropologie am Institut für Kulturanalyse an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt/Celovec, Marko Kölbl, Musiker, Sänger, Leiter des Instituts für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw), Volker Gallasch, Musikvermittler, Musikpädagoge, „Erlebnis Musik”, Dieter Schickbichler, Musiker und Lehrbeauftragter an der mdw, Tanzlehrer und Tanzschul-Betreiber Eddy Franzen, Franz Steininger, Volkstänzer, Volksmusikant, Chorsänger und Akteur des Tanzforums Niederösterreich, Simon Wascher, der Empirische Kulturwissenschaftler Reinhard Bodner, Ethnologie-Studentin und Dirndlschneiderin Nina Azizi sowie Schneidermeisterin Johanna Scherz.
Pressekontakt:
Doris Zizala, 0664 96 08 858, doris.zizala@volkskulturnoe.at
Mario Kern, 0676 88 40 55 55, mario.kern@kulturregionnoe.at