Zitherspielerin aus Ottenschlag

Veröffentlicht von ottenschlag am

Gerlinde Tiefenbacher erfreut mit ihrem Spiel auf der Zither die Teilnehmer beim Projekt „Mahlzeit“ in den verschiedenen Gaststätten des Waldviertler Kernlands.

35 Freisaiten und 5 Griffbrettsaiten hat die Konzertzither mit der Gerlinde Tiefenbacher aus Ottenschlag ihr Publikum bestens unterhält. Seit Beginn des Projekts „Mahlzeit“ des Waldviertler Kernlands ist sie in den verschiedenen Gasthäusern dabei. Nach dem von den Senioren  eingenommenen Mittagessen spielt Gerlinde auf der Zither oder mit der Gitarre und gemeinsam werden bekannt Lieder gesungen. Daneben liest sie Gedichte aus der eigenen Feder oder jene von den Kollegen der Ottenschlager Lyriker. Das ist nicht nur gute Unterhaltung, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Volkskultur.

Die Zither ist ein Saiteninstrument, wie zum Beispiel auch Geige und Gitarre. Bei den rund 40 Saiten dieses Instruments muss man schon beim Stimmen ein besonders gutes Gehör haben. Die Tonhöhe jeder einzelnen Saite muss passen, sonst klingt es schräg. Beim Spielen hat Gerlinde Tiefenbacher am Daumen der rechten Hand einen Zitherring, mit dem die Melodieseiten angeschlagen werden. Drei weitere Finger der rechten Hand spielen die Begleitung und den Bass. Die Finger der linken Hand greifen die Melodien. Klänge können einstimmig, zweistimmig und sogar dreistimmig erzeugt werden.

Gerlinde Tiefenbacher ist seit 2015 meist als Solokünstlerin unterwegs, hat aber seit 1978 mit und in vielen Gruppen gespielt, einige gegründet und geleitet. Beim Spielen in Gruppen kommen auch andere Instrumente wie Hackbrett, Gitarre, Geige und Bassgeige zum Einsatz. Auftritte gab es neben dem Mahlzeit-Projekt bei Muttertagsfeiern, Seniorentagungen, Schulaufführungen, in Gasthäusern, Seniorenheimen, Krankenhäusern und in den Kuranstalten. Gerlinde Tiefenbacher spielt seit 1957 Zither und hat ab 1984 in den Musikschulen Ottenschlag, Zwettl, Traunstein und Martinsberg Zither, Gitarre, Hackbrett sowie musikalische Früherziehung unterrichtet. Rund fünfzig Musiker hat sie dabei auf der Zither ausgebildet und mit vielen von ihnen auch bei öffentlichen Auftritten gespielt.

Das Zitherspiel ist seit dem „Harry Lime Theme“, gespielt vom Heurigenmusikanten Anton Karas im Film „Der dritte Mann“, weltbekannt. Hauptsächlich wird das Instrument in Österreich, Bayern und in der Schweiz in der Volksmusik verwendet. Varianten gibt es aber auch in China, Japan, Korea, Estland, Finnland, Iran und Indien. In Österreich gibt es heute nur noch vier, weltweit etwa fünfzehn Zitherbauer, die meist nebenberuflich tätig sind. Für Gerlinde Tiefenbacher ist es ein Vergnügen, wenn sie mit ihrem Spiel auf der Zither Menschen Freude bereiten kann.

Foto und Bericht: Dieter Holzer/NÖN

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