Vorstellung der Projekte des Waldviertler Kernlands

Veröffentlicht von ottenschlag am

“DAVNE” und “Community Nurse”

Zwei Projekte des Waldviertler Kernlands wurden am Mittwoch, 18. Mai im Gemeinschaftsraum in Ottenschlag vorgestellt. Die Namen „DAVNE“ und „Community Nurse“ ergeben sich aus Auflagen der finanzierenden Stellen und müssen erst erklärt werden, um die dahinterstehenden Ziele und Maßnahmen zu verstehen. Hauptgrund für die Projekte ist die demographische Entwicklung in der Region, die am besten in Alterspyramide sichtbar wird. Das Hauptziel ist Steigerung der gesunden Lebensjahre. Bewegung, Ernährung, medizinische Versorgung, soziale Teilhabe sowie Körper und Geist stärken sind einige Schlagworte. „Gesundheit ist nichts Fixes, sie verändert sich laufend“ stellte Doris Maurer die Geschäftsführerin des Waldviertler Kernlands fest.

DAVNE hilft mit analoger und digitaler Vernetzung des nachbarschaftlichen Engagements. Nachbarschaftshilfe war schon immer gefragt, wird aber nun in den Kernlandgemeinden auf ein neues Niveau gestellt. Personen, die freiwillig und ehrenamtlich tätig sind oder sein wollen werden erfasst und ihr Angebot ermittelt. Das gleiche wird mit jenen Personen durchgeführt, die Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Es ist möglich, dass die gleiche Person in einigen Bereichen als Helfer und in anderen Bereichen als Hilfesuchender auftritt. Vorstellbar sind Sachgebiete wie Mobilität (Fahr- und Bringdienst, Einkaufsservice, Medikamentenbesorgung), soziales Miteinander (Besuchsdienst, Spielenachmittag, gemeinsam Handarbeiten), Sport & Fitness (Spazieren gehen, Turngruppe) und Digitalisierung (Umgang mit Smartphone, Tablet und Internet). Gefragt ist Wissen (Einkochen, Brotbacken, Kurrentschrift lesen), Besitz (Obst, Gartenflächen, alte Fotos), Soziales (Vorlesen, Zuhören, Kartenspiele, alte Geschichten) und Fähigkeiten (Handarbeiten, Musizieren, Reparieren, Handwerk). Das Besondere am Projekt ist, dass Isabella Schwarz und Gertrude Hackl im Kernlandbüro die Personen sowie deren Wünsche und Angebote erfassen und als Vermittler der Leistungen tätig sind. Interessenten können sich unter 02872/200 79 40 während der Bürozeiten melden. Im Herbst soll es eine spezielle DAVNE-App geben, die dann 24 Stunden lang genutzt werden kann.

„Kernlandkrankenschwestern“ war ein Vorschlag zur deutschen Bezeichnung und zum besseren Verständnis für Community Nurse. Beratung, Begleitung und Unterstützung sind die Aufgaben der fünf Personen in diesem von der Europäischen Union finanzierten Pilotprojekt. Sabrina Hackl, Tamara Auer, Elisabeth Mistelbauer, Artur Bielecki und Christian Brandner sind teilzeitbeschäftigt in den 14 Gemeinden des Waldviertler Kernlands tätig. Sie sind jeweils für einige der Gemeinden zuständig und haben durch ihre Ausbildung sowie die gelebte Praxis verschiedene Schwerpunkte. Dazu zählen (in Schlagworten) Schmerzmanagement, Pflegegeld, Mobilitätsmanagement, 24h Pflege, Caremanagement, Ambulanzmanagement und Demenz. Ziel ist es aufzuzeigen, wie man länger gut leben kann. Ansprechpartner sind Betroffene, deren Familien und Angehörigen, die Gemeinden sowie die gesamte Region. Wichtige Partner sind dabei die Ärzte, Hilfswerk, Caritas, Volkshilfe, Apotheken, Gesundheitsanbieter, 24h Betreuungsorganisationen, das Entlassungsmanagement der Krankenhäuser und viele andere mehr. Die Kernlandkrankenschwestern werden keine pflegerischen Tätigkeiten durchführen, sind nicht für Kontrollen zuständig und agieren nicht als „Feuerwehr“. Ab Juni starten sie mit Hausbesuchen. Sie stehen dann auch auf Anfrage für Beratungen, Begleitungen Unterstützung und Wissensvermittlung zur Verfügung. In den nächsten Monaten werden in diesem Projekt verschiedenste Maßnahmen erarbeitet und dann umgesetzt.

Foto und Bericht: Dieter Holzer/NÖN

Zwei Kernlandprojekte wurden am 18. Mai in Ottenschlag vorgestellt. v.l. Isabella Schwarz, Christian Brandner, Sabrina Hackl, Doris Maurer, Karin Brenner, Bürgermeister Paul Kirchberger, Dr. Maria Waldschütz.

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