Benefizkonzert in der Pfarrkirche Ottenschlag

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Anlässlich seines Jubiläums “50 Jahre Organist in Ottenschlag” veranstaltete OSR Reinhard Hörth ein Benefizkonzert.

Benefizkonzert – in memoriam OSR Paul Lenauer

OSR Reinhard Hörth veranstaltete am 27. Juni anlässlich seines Jubiläums „50 Jahre Organist in Ottenschlag“ ein Benefizkonzert in der Pfarrkirche. Geplant war diese Veranstaltung schon im Vorjahr, fiel aber Corona zum Opfer. Gestaltet wurde das Konzert von acht musikalischen Wegbegleitern, vom Streicherensemble der Musikschule Ottenschlag und natürlich von Reinhard Hörth selbst bei allen Werken an der Orgel. Seine Gattin Beate und Simon Prinz spielten Violine, Dorothea Schwandt Violoncello und Erhard Grassmann Kontrabass. Michael Koch – Leiter des Wachau-Chores Spitz und in Ottenschlag musikalisch tätig an der MS – war am Cembalo zu hören, und Christopher Holzer war beim letzten Stück am Schlagzeug dabei. Durch das Programm führte Claus Hamberger, der Obmann des Spitzer Wachau-Chores, bei dem Reinhard Hörth als Sänger mitwirkt. Er beschrieb zwischen den Musikstücken auch sein musikalisches Schaffen.

Das Konzert, dessen organisatorischer Aufwand gemäß den Corona-Bestimmungen gewaltig war, wurde eröffnet mit dem „Pie Jesu“ aus dem Requiem von Andrew Lloyd-Webber – in Gedenken an den ehemaligen Bürgermeister OSR Paul Lenauer, der zwei Tage zuvor im 93. Lebensjahr verstorben war. Dieser war nicht nur der erste Lehrer von Reinhard Hörth, sondern er war auch lange Jahre als Organist und bis 1988 als Chorleiter tätig. Das ergreifende Vokalstück wurde von der Sopranistin Alexandra Jäger in gewohnt meisterhafter Weise gesungen. Bei der berühmten „Toccata und Fuge in d-Moll“ von Johann Sebastian Bach brillierte Reinhard Hörth an der Orgel. Ebenfalls von Bach und in d-Moll war das Konzert für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo (Cembalo und Violoncello) – ergänzt durch Reinhard Hörth an der Orgel.

Das melancholische „Ave Maria“, dessen Komponist umstritten ist, wurde von Reinhard Hörth und Alexandra Jäger dargeboten. Danach folgte einer der Höhepunkte des Konzerts: das Orgelkonzert von Georg Friedrich Händel mit fast allen Beteiligten. Nun trat auch erstmals das Streicherensemble der Musikschule in Aktion. Nach dem bekannten „Laudate Dominum“ von Wolfgang Amadeus Mozart in der Fassung für Sopran und Orgel waren bei der Kirchensonate in C-Dur von Mozart wieder fast alle Mitwirkenden im Einsatz. Den Abschluss dieses hochkarätigen und mitreißenden Konzerts bildete „Three Pieces for Organ and Drumset“ von Michael Schütz. Dieses Werk bildete einen deutlichen Kontrast zu den anderen klassischen Werken und zeigte die musikalische Vielfalt im Schaffen von Reinhard Hörth.

Nach dem Konzert dankte Claus Hamberger Reinhard Hörth für den langjährigen Dienst an der Kirchenmusik. Auch Pfarrmoderator MMag. Andreas Hofmann schloss sich mit Dankesworten an und überreichte ihm im Namen der Diözese den Hippolyt-Orden. Als stellvertretender Vorsitzender des Pfarrgemeinderates bedankte sich Emmerich Weiß für die Gestaltung der vielen Messen und für mehrere Benefizkonzerte, deren Reingewinn – wie diesmal – für die Pflege der Orgel verwendet wurde. Als Überraschung sang zum Schluss noch ein Quartett das Volkslied „O Herrgott, i hätt a Gebitt“.

Reinhard Hörth erteilte schon 1968 als 15-Jähriger den ersten Unterricht am Akkordeon. 1970 hatte er im Alter von 17 Jahren seine erste Orgelstunde im damaligen musisch-pädagogischen Gymnasium in Krems. Einige Monate später sprang er bereits für den verhinderten Organisten Paul Lenauer „mit schlotternden Knien“ ein. Von 1973 bis 1985 war Reinhard Hörth Lehrer an der Hauptschule Ottenschlag und anschließend bis 2013 Schulleiter an der Volksschule Ottenschlag mit musikalischem Schwerpunkt. Dort führte er mit den Schülern neun Kindermusicals auf, von denen er sieben selbst geschrieben hatte. An der Musikschule Ottenschlag unterrichtete er mehrere Instrumente, ab 1992 als Musikschulleiter. Für seine Verdienste um das Musikschulmanagement erhielt er 2018 das Ehrenzeichen in Gold der Kultur.Region Niederösterreich.

In der Trachtenkapelle Ottenschlag war Reinhard Hörth seit 1965 tätig, davon 1973 bis 2003 als Kapellmeister. Er führte das Orchester zu Höchstleistungen, was sich in mehreren ausgezeichneten Erfolgen bei den Konzertwertungen zeigte. Auch beim Unionchor Ottenschlag wirkte er seit 1971 mit und übernahm 1997 die projektbezogene Chorleitung für Kirchenmusik. Seine musikalische Bandbreite bewies Reinhard Hörth schon in den 70er Jahren als Leiter der Tanzband „Schlossgeister“ und bis jetzt mit der Heurigen-Musikgruppe „Schlossheiligen“.  

Herausragend sind die Verdienste von Reinhard Hörth um die Kirchenmusik in Ottenschlag. Seit 1970 – also mittlerweile über 50 Jahre – ist er Organist an der Pfarrkirche Ottenschlag. Von 1991 bis 1995 absolvierte er das Studium der Kirchenmusik am Konservatorium St. Pölten und wurde 1993 zum Chordirektor durch das Bischöfliche Ordinariat St. Pölten ernannt. Zahlreiche Hochämter mit klassischen Chor- und Instrumentalmessen wurden in den vielen Jahren von ihm gestaltet. Ab 1995 bildete er 12 Jahre lang sechs Organisten aus. Wichtig war ihm immer die Förderung des musikalischen Nachwuchses.  

Reinhard Hofbauer

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Die Mitwirkenden beim Benefizkonzert in der Pfarrkirche Ottenschlag: vorne, v. l.: Claus Hamberger, Andreas Hofmann, Reinhard und Beate Hörth, Michael Koch, Alexandra Jäger; 2. Reihe: Lukas Hörth, Flora Ledermüller, Katarina Schmidt, Elisa Klemmer, Marie Therese Enne, Elisa Öhlzelt, Leonie Rammel; 3. Reihe: Emmerich Weiß, Christopher Holzer, Erhard Grassmann, Simon Prinz, Dorothea Schwandt, Hendrik van Dijk, Alexander Spritzendorfer.

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