Tag der Rinderzucht in Ottenschlag
 

Generalversammlung von Nö. Genetik und Rinderschau in Ottenschlag

Am Sonntag den 22. 4. 07 fand bei strahlendem Sonnenschein die Rinderschau des Zuchtvereines Ottenschlag statt. Am Vormittag lud zudem der Nö. Genetik Rinderzuchtverband zudem zur Generalversammlung in der Mehrzweckhalle der Freiwilligen Feuerwehr Ottenschlag.

Beeindruckende Generalversammlung des Nö. Genetik Rinderzuchtverbandes
In der bäuerlichen Tradition wurde der Tag mit der Feier der Heiligen Messe durch den Pfarrer von Ottenschlag, Konsistorialrat Josef Reisenbichler, begonnen. Pünktlich um 9:30 Uhr eröffnete LKR Obmann Karl Grundböck die Versammlung und konnte eine große Anzahl an Ehrengästen begrüßen, an deren Spitze der Präsident der LK Nö. NR Ing. Hermann Schultes und MEP Agnes Schierhuber genannt wurden.
In ihren Grußworten betonte die Abgeordnete zum Europäischen Parlament Schierhuber die Wichtigkeit einer vitalen Rinderzucht gerade in der Region Ottenschlag. Deshalb ist in diesem arbeits-, wissens- und auch ausbildungs- und beratungsintensiven Bereich der Landwirtschaft Optimismus angebracht. Die aktuelle Energiediskussion zeige, dass auch moderne Biogasanlagen nur bei Einbringen von Stallmist bzw. Gülle optimal laufen, was die Veredelungswirtschaft weiter aufwerte. Zur politischen Diskussion betonte sie die Wichtigkeit des Health-Checks für die betrieblichen Weichenstellungen, werden doch für die Rinderzucht so zentrale Fragen wie die Zukunft der Milchquoten behandelt. Namentlich hob MEP Schierhuber zum Abschluss ihrer Grußworte mit dem ehemaligen BBK-Sekretär Ing. Fitzthum und dem Präsidenten der Europäischen Fleckviehzüchter und Geschäftsführer der AGÖF Ing. Pichler noch zwei Persönlichkeiten hervor, die die Entwicklung der Ottenschläger Zuchtbetriebe in den letzen Jahrzehnten wesentlich mitgeprägt haben.

Beeindruckende Berichterstattung

Obmann Grundböck betonte in seinem Bericht über das Jahr 2006 die positive Entwicklung der Rinderzuchtbetriebe, die heute im Durchschnitt 18,8 Kühe halten und sich stetig weiterentwickeln, während die Anzahl der in Niederösterreich gehaltenen Kühe rückläufig ist. Zudem konnte im Berichtsjahr ein Rekord beim Zuchtvieh- und Nutzkälberabsatz erreicht werden, wobei auch betont wurde, dass nicht nur die Stückzahl sonder auch das Preisniveau angestiegen ist. Die objektive Leistungsprüfung leistet einen wesentlichen Beitrag zu den Erfolgen der niederösterreichischen Rinderzucht, da sich die Leistungen in den Ställen der in- und ausländischen Käufer tausendfach bestätigen. Die starke Betonung der Zucht auf leistungsstarke und problemlose Kühe gipfelt in über 75 % Beteiligung der Züchter am Gesundheitsmonitoring, wo die Zusammenarbeit mit der Tierärzteschaft gut anläuft. Schöne Erfolge konnten auch im Bereich des Zuchtprogrammes erzielt werden. In der Auswertung der österreichischen Fleckviehzucht zum „Züchter des Jahres 2006“ liegen mit den Betrieben Maier, Schoderleh und Ratzberger, Ramingtal zwei Betriebe aus Niederösterreich an der Spitze und insgesamt fünf unter den Top 10. Gerade in dieser Situation ist es wichtig, dass die Gespräche über eine engere Zusammenarbeit in der Rinderzucht und –besamung auf österreichischer Ebene vorangetrieben werden, so Grundböck.
Bei der Neuwahl der Funktionäre wurden die vom Vorstand und Aufsichtsrat erarbeiteten Vorschläge alle samt einstimmig gewählt und der Obmann Karl Grundböck und seine Stellvertreter Willi Paulnsteiner und Anton Wagner in ihrer Funktion eindrucksvoll bestätigt.
Vor der abschließenden Ehrung der Züchter der positiv geprüften Stiere VASALL, Stockinger, Umbach, MALPEN, Dorner, Rannersdorf, RAU, Ratzberger, Rammintal, STOLO , Viertelmayer, Hamet und RUN, Gutenthaler, Gutau, ergriff der Ehrenobmann LR i.R. Franz Blochberger das Wort und gratulierte seinem Nachfolger zur Wiederwahl und den Erfolgen des Nö Genetik Rinderzuchtverbandes, wie den Sieg beim diesjährigen Eurosimmental - Bewerb in Epinal, Frankreich.

Jubiläumsrinderschau „70 Jahre Rinderzucht Ottenschlag“

Nach dem Mittagessen führte Robert Steinbacher, der Obmann des Rinderzuchtvereines Ottenschlag, die Ehrengäste durch das Tierzelt zum Schauring, wo bereits die Kuhstyling Vorführung der Jungzüchter lief und die Schülerinnen der Fachschule für ökologische Land- und Hauswirtschaft mit der Direktorin Agnes Riegler Ihre Ausbildungsinhalte vorstellten. Die Mohnprinzessinen übernahmen im Anschluss daran die schöne Aufgabe, die einzelnen Richtgruppen vorzustellen.
Bei der Eröffnung der Rinderschau betonte Obmann Steinbacher die Bedeutung, die die Rinderzucht in dieser Region des Waldviertels seit jeher hat. So konnte das 70-jährige Bestandsjubiläum der Herdebuchzucht mit dieser Rinderschau im Beisein zahlreicher Ehrengäste, an deren Spitze der Präsident der LK Nö NR Ing. Hermann Schultes und LR DI Josef Plank standen, begangen werden.
Präsident Schultes betonte in seinen Grußworten die Wichtigkeit den Umgang und die Arbeit mit dem Tier in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Mit der Ermunterung mit Mut und Zuversicht in die Zukunft zu blicken, überbrachte er auch die Grüße von LH Dr. Erwin Pröll. Zur aktuellen Situation untersticht er, dass 2006 nicht nur die Milchquote in Niederösterreich gehalten werden konnte, sondern auch dank gestiegener Auszahlungspreise und der intensiven Zuchtviehvermarktung die Wertschöpfung in den Rinderbetrieben gestiegen ist. Auch wenn die politische Diskussion zu manchen Themen von großen Schwierigkeiten geprägt ist, kann der Rat an jeden Bauern nur die Konzentration auf die Qualitätsproduktion sein. Mit den Worten „Hier kauft die ganze Welt ein“ gratulierte Präsident Schultes den Ottenschläger Rinderzüchtern zu den vorgestellten Vermarktungszahlen und den ausgestellten Tieren.
LR DI Josef Plank unterstrich in seinen Ausführungen, dass Bezirksveranstaltungen wie heute ein starkes Zeichen der Vitalität des ländlichen Raumes nach außen sind. Gerade die Landwirtschaft ist gefordert, offensiv aufzutreten und unter dem Motto „So schmeckt Niederösterreich“ die Qualität der Produkte zum Konsumenten zu tragen.

Hochspannung beim Preisrichten

Während der Ansprachen widmete sich der Preisrichter Ing. Christian Straif von der Rinderzucht Tirol seiner interessanten Aufgabe und ermittelte die Siegertiere in den acht Fleckvieh- und der Holstein- sowie Waldviertler Blondviehgruppe. Die Ergebnisse wurden direkt nach der Entscheidung von ihm anschaulich kommentiert und waren so für jeden anwesenden Züchter und Zuseher gut nachvollziehbar. Bei den Jungkühen beeindruckte den Preisrichter das enorme Entwicklungspotential der typstarken vorgestellten Kühe, die zugleich durch korrekte Fundamente und ansprechende Euter überzeugen konnten. Die Mehrkalbskühe überzeugten durch ihre Frische und Jungendlichkeit und zeigten ganz besonders viel Harmonie. Der Klasse der Dauerleistungskühe bewiesen die Ottenschläger Züchter, dass Nutzungsdauer und Langlebigkeit in Ihren Herden gelebt werden und diese Kühe, mit den Worten von Ing. Straif, auf den Betrieben bereits lange mitgearbeitet haben, ohne an Frische zu verlieren.
Das Publikum erwartete den Champion Auswahl mit großer Spannung. Die Entscheidung fiel zuletzt zwischen der Halling-Tochter Laska vom Betrieb Vorlaufer, Loitzenreith, die mit neun Kälbern bereits eine Lebensleistung von über 76.000 kg erreicht hatte und der bekannten Kuh Sennerin (Vater: Ress), vom Betrieb Steinbacher, Trittings, die sich nach dem dritten Kalb voller Energie präsentierte. Ing. Christian Straif gab nach kurzem Abwägen der jüngeren Kuh den Vorzug und kürte die Ress-Tochter Sennerin zur „Miss Ottenschlag“.
Beim Waldviertler Blondvieh, der Gründungsrasse der Rinderzucht in Ottenschlag, wurden vier Kalbinnen im Schauring präsentiert, die zum überwiegenden Teil aus der Mutterkuhhaltung stammten und alle im Erhaltungszuchtprogramm geführt werden.  Ing. Straif kürte die Kalbin Gerda (Vater: Schakal) vom Betrieb Köck, Kirchschlag, zur Siegerin, da sie den Ansprüchen der Mutterkuhhaltung, auch im Hinblick auf das Temperament am besten entsprach.
Beeindrucken konnte auch die Gruppe von acht Holstein Kühen unterschiedlichen Alters, die alle vom Betrieb Wagner, Biberschlag, stammten. Hier konnte sich die Lee-Tochter Brause durchsetzen, die vor allem durch ihre Größe und Entwicklung, sowie ihr hervorragendes Euter und das klare, trockene Sprunggelenk überzeugte.

Präsentation der Nachzuchtgruppen Vasall, Malpen und Volt

Traditionell werden in Niederösterreich Nachzuchtgruppen vorgestellt. Dr. Führer kommentierte die Töchter der Stiere Vasall, Malpen und Volt. Die Züchter folgten seinen Ausführen mit großem Interesse und prüften die Kühe mit kritischem Blick.
Bei der Verlosung der Quizpreise klang ein Tag, an dem Ottenschlag im Zeichen der Rinderzucht gestanden hatte, wie LAbg. Bgm Karl Honeder es in seinen Grußworten formulierte, aus, zu dessen Erfolg dem verantwortlichen Obmann Robert Steinbacher, der auch Besitzer der Miss Ottenschlag ist,  und Ing. Praher gratuliert werden muss.

DI Karl Zottl
Nö Genetik

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

zum Richtergebnis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

Das Feuerwehrhaus vor der Generalversammlung Während der Feldmesse
die ersten Kühe sind da ....  und weitere folgen
Besucher in der "Rinderhalle" Das Gelände von oben
Festgelände Festgelände
Festgelände Die Preise für die "Siegerkühe"
ein Teil der Ehrengäste auf der Tribüne von der Tribüne in den Ring
bei der Bewertung Bewertung
Bürgermeister Tiefenbacher  (2v.l.) bei der Glockenübergabe