BÜRGERMEISTERBRIEF



 

 

Liebe Gemeindebürgerinnen !

Liebe Gemeindebürger !

Liebe Jugend!





2006:
 

Mit der Veranstaltung zum Jahreswechsel im Schloss haben wir das Jahr 2006 abgerundet. Mit den rund 250 Besuchern haben wir 2006 würdig und auch lustig verabschiedet und das neue Jahr ebenso begrüßt.

Ich möchte mich daher bei allen Vereinen und Betrieben, die bei dieser Veranstaltung  aber auch bei allen übrigen die im Laufe des Jahres mitgearbeitet haben, sehr herzlich bedanken.

 

2007:
 

2007 wird für uns ein besonders arbeitsreiches Jahr werden, vor allem im Hinblick auf unser Großprojekt Gesundheitszentrum. Für Mitte März 2007 ist der Spatenstich geplant und mit Ende März wird der Baubeginn erfolgen. Schließlich will man ja schon im Herbst 2008 in Betrieb gehen.

Dazu bedarf es großer Anstrengungen seitens der Gemeinde, denn viele Aufgaben im Zusammenhang mit erforderlichen Rahmenbedingungen müssen bewältigt  werden.

Die Betreiber des Projektes werden genug Werbemaßnahmen finden, um dieses Haus auszulasten. Es wird aber unerlässlich sein, dass auch die Gemeinde in ihrer Gesamtheit ihren Beitrag zu diesen Maßnahmen leistet.

Ich möchte daher zum wiederholten Male darauf hinweisen, dass wir innerhalb unserer Gemeinde breite Anstrengungen unternehmen müssen, um im Zusammenhang mit diesem Projekt  einen allgemeinen entsprechenden Aufschwung zu erzielen.

Das bedeutet letztendlich für uns alle ein gewisses Umdenken in so manchen Bereichen, denn es wird in den nächsten Jahren in Ottenschlag einen Zustrom von Besuchern geben. Diese Menschen müssen aber das Gefühl haben, hier als Gäste und nicht als Fremde angesehen und behandelt zu werden.

 

 

Leitmotiv und Zukunftsperspektiven für Ottenschlag:
 

Die Gemeinde wird im Zusammenwirken mit der Institution Dorf- und Stadterneuerung, deren Büro im Schloss Ottenschlag eingerichtet ist, ein Leitmotiv und in weiterer Folge ein Entwicklungskonzept erstellen. Damit sollen innerhalb von zwei Jahren die Stärken, aber auch die Schwächen der Gemeinde definiert werden. Ziel dieses Leitmotivs ist es, die Stärken der Gemeinde auszubauen und die Schwächen auszumerzen.

Für diese Zukunftsplanung ist aber eine breite Einbindung aller Gemeindebürger geplant und auch erforderlich.

Es soll damit der soziale Zusammenhalt zwischen dem politisch-administrativen System – sprich „Gemeindeverwaltung“ – und den Anliegen, aber auch den Initiativen der Gemeindebürger erneuert und gefördert werden.

 

Es muss uns ja allen bewusst sein, dass für das entstehende Gesundheitszentrum seitens der Gemeinde auch rechtzeitig die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, und das in vielen Bereichen, wie Tourismuseinrichtungen, Infrastruktur, Ortsbild und dergleichen  mehr.

Dafür wird investiert werden müssen.

Ich bin aber guter Dinge, dass im Zusammenwirken zwischen Gemeindevertretung, Bevölkerung, Vereinen, Institutionen und natürlich auch dem Land Niederösterreich alle notwendigen Einrichtungen geschaffen werden können.

Es wird ja auch im Laufe der nächsten Jahre über die Umwegrentabilität, wie Kommunalsteuer, Anliegerleistungen, Fremdenverkehrsabgaben u. a. Einnahmen für die Gemeinde geben.

Diese Einnahmequellen sind derzeit noch nicht greifbar. Wichtig für all diese Perspektiven scheint mir, dass die gesamte Gemeindebevölkerung geschlossen hinter der Gemeindevertretung und ihren Maßnahmen steht. Dazu wird uns gewiss das Entwicklungskonzept für Ottenschlag positiv dienlich sein! So sollen und können gemeinsame Ziele verwirklicht werden!

Seitens des Landes Niederösterreich gibt es für solche Projekte auch massive finanzielle Unterstützung.

 

Nachmittagsbetreuung von Kindern:
 

Die Anregung einer gebührenpflichtigen Nachmittagsbetreuung von Kindergarten- bzw. Schulkindern, als auch einer Ferienbetreuung,  seitens der N. Ö. Landesregierung wurde von der Gemeinde an die betreffende Elternschaft in schriftlicher Form weitergeleitet. Bisher erfolgte jedoch wenig Echo.

Bis Ende Jänner wurde den Eltern die Möglichkeit gegeben, die Fragebögen bei Interesse auszufüllen und am Gemeindeamt abzugeben.

 

Die finanzielle Situation unserer Gemeinde:
 

Ich möchte die Gelegenheit wahrnehmen, in diesem Bürgermeisterbrief aus gegebenem Anlass zur derzeitigen Finanzsituation unserer Gemeinde in geraffter Form wieder einmal Stellung zu nehmen.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Finanzlage derzeit äußerst angespannt ist, was sich aus notwendigen Maßnahmen und Investitionen der letzten Jahre ergibt.

So mussten allein  im Jahre 2005  Fehlbeträge in der Höhe von rund 230 000.- Euro abgedeckt werden. Da das laufende ordentliche Budget diese Gelder nicht mehr aufbringen konnte, mussten auch hier wieder Darlehen aufgenommen werden, wohl zinsgünstig, dank der intensiven positiven Verhandlungen mit dem Land Niederösterreich.

Aufgrund dieser Situation durfte die Gemeinde schon in den Jahren 2005 und 2006 laut Vorschreibung  des Landes  nur mehr Straßenbau, Kanal, Wasser und Güterwegebau als außerordentliche Projekte veranschlagen.

Mit dem Budget für das Jahr 2007 ist gleichsam ein Höhepunkt der budgetären Belastung erreicht, indem sich aus dem Haushalt 2006 ein Fehlbetrag von 70 000.- Euro ergibt, wodurch für außerordentliche Vorhaben keine Finanzierungsmöglichkeit mehr besteht.

Trotz Anhebung der Gemeindeabgaben und Reduzierung von Gemeindeförderungen wachsen die Fixausgaben der Gemeinde, und es ist sehr schwer, neue Einnahme-quellen für das Gemeindebudget zu finden.

 

Die schwersten Belastungen für das Budget 2007 bestehen in der Tilgung von zwei zusätzlichen Darlehen für Kanal und vor allem für den Ankauf der erforderlichen Grundstücke für das Gesundheitszentrum.

Die Kosten für die Grundstücke allein belaufen sich auf  einen Betrag von  1 040 000.- Euro.

Aufgrund dieser hohen Belastung wurde seitens der zuständigen Abteilung der Landesregierung vorerst die Aufnahme dieses Darlehens schriftlich untersagt.

Nur durch wochenlange Bemühungen mit stundenlangen Telefonaten und intensivsten Interventionen bei Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, seinem Stellvertreter Ernest Gabmann und dem zuständigen Finanzlandesrat Mag. Wolfgang Sobotka ist es doch gelungen, die Zustimmung zur Aufnahme dieses wichtigen Darlehens zu erwirken. Somit konnte der Ankauf dieser Grundstücke und vor allem auch die Ausbezahlung an die Grundstückseigentümer positiv erledigt werden.

 

Nun liegt es an der Gemeindeführung, nach den günstigsten Konditionen für die Darlehenstilgung zu suchen. Diesbezügliche Verhandlungen sind bereits im Gange.

Der Schuldenstand, den die Gemeinde derzeit zu tragen hat und der sich aus insgesamt 26 verschiedenen Darlehen ergibt, beträgt 7,3 Mill. Euro, der allerdings größtenteils auf Kanaldar-lehen zurückzuführen ist. Letztere müssen aber auf Jahre durch Kanaleinmündungsabgaben  und durch Zuschüsse seitens der Landesregierung abgetragen werden, so dass sich der Gesamtschuldenstand auf rund  2,6 Mill. Euro reduziert.

 
 

Die Hilfestellung durch unsere Landesregierung:


Diese angeführte angespannte Finanzsituation unserer Gemeinde ist allerdings kein Einzelfall. Von Jahr zu Jahr häufen sich die Fakten, dass Gemeinden in finanzielle Schwierigkeiten geraten, da notwendige infrastrukturelle Maßnahmen immer wieder anfallen und eben getätigt werden müssen.

 

Es ist aber auch Tatsache, dass solche sinnvolle Investitionen ohne die spürbare Mithilfe des Landes für die diversen Gemeinden nicht mehr machbar wären.

Was unsere Gemeinde betrifft, ist es uns in den letzten Jahren gelungen, zu den zuständigen und wichtigen Landesabteilungen sehr gute Kontakte herzustellen, was sich auch durch so manche massive finanzielle Unterstützung niedergeschlagen hat. So werden wir auch in Zukunft am Landhausplatz in St. Pölten vor keinen verschlossenen Türen stehen und das Gespenst einer „Sanierungsgemeinde Ottenschlag“ werden wir dadurch bestimmt abwenden können.

Dazu gehört aber auch das Verständnis seitens unserer Gemeindebevölkerung, dass in Anbetracht dieser gegebenen Belastungen nicht immer alle Wünsche und Anliegen in den nächsten Jahren erfüllt werden können. Zurzeit haben eben bestimmte strukturelle Vorhaben den Vorrang.

 

Neue Gemeindezeitung:
 

Ab 2007 wird es viermal im Jahr eine färbige Gemeindezeitung geben, die neben den aktuellen Terminen vor allem über die laufenden Tätigkeiten der Vereine, der Schulen , der Betriebe,  der Gemeinde und aller öffentlichen Einrichtungen berichten wird.

Viele Fotos und eine ganz neue Gestaltung soll dieser Zeitung eine neue Note geben.

Geburten, Eheschließungen, Ehrungen und etwaige besonders erwähnenswerte Tätigkeiten unserer Bürgerinnen und Bürger sollen in Wort und Bild in dieser Zeitung festgehalten werden.

Als Redakteurin wird unsere Kanzleikraft Margit Hofbauer agieren, die bereits in intensiven Vorarbeiten für die erste Ausgabe steckt.

 

Werte GemeindebürgerInnen!

Wie Sie aus diesem doch etwas längeren Bürgermeisterbrief ersehen können, tut sich Einiges in unserer Gemeinde, und in diesem Schwung, mit dem wir das neue Jahr begonnen haben, wollen wir hoffentlich auch produktiv weiterarbeiten.

 

In diesem Sinne grüße ich Sie alle

bis zum nächsten Mal !

 

Ihr Bürgermeister

Roman Tiefenbacher