Beim Weißstorch handelt es
sich um einen Zugvogel, der
jedes Jahr lange Strecken
zwischen seinen
Brutquartieren und seinen
Winterquartieren in Afrika
südlich der Sahara
zurücklegt. Der Weißstorch
ist ein Segelflieger, der
zum Zug warme Aufwinde
(Thermik) nutzt. Da über dem
Wasser keine Thermik
entsteht, muss der
Weißstorch das Mittelmeer
umfliegen, um nach Afrika zu
gelangen. So ziehen die so
genannten "Weststörche" bei
Gibraltar über das
Mittelmeer, um in Westafrika
vom Senegal bis zum
Tschadsee den Winter zu
verbringen. Die "Oststörche"
ziehen über den Bosporus,
das Jordantal und die
Sinaihalbinsel nach Afrika.
Sie fliegen das Niltal
hinunter bis in den Sudan.
Von dort aus geht der Zug
weiter in Richtung
Ostafrika. Die
Winterquartiere der
"Oststörche" befinden sich
in Ostafrika bis Südafrika.
Das ist eine Entfernung von
etwa 10.000 km.
Nur wenige
Vögel nehmen die mittlere
Zugroute über Italien nach
Tunesien. In den letzten
Jahren ziehen viele Störche
auf der westlichen Route
nicht mehr bis nach Afrika,
sondern bleiben in Spanien
und Portugal. Das günstige
Nahrungsangebot auf
Reisfeldern und Mülldeponien
macht es ihnen möglich, auf
den Zug nach Afrika zu
verzichten.
Immer wieder verbleiben
Störche auch über die
Winterzeit in ihren
Sommerstandorten. In den
meisten Fällen handelt es
sich dabei um augewilderte
Tiere, die auf Grund von
Verletzungen an den Menschen
gewöhnt sind und ein
gestörtes Zugverhalten
aufweisen. Daher ist oft
eine Hege dieser einzelnen
Tiere auch weiterhin über
den Winter notwendig.