Jungfrau
23. August - 22. September
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Die Jungfrau-Frau
Unter den im Zeichen der Jungfrau
geborenen Frauen gibt es mehr unverheiratete als in jedem andern.
Das liegt daran, dass sie selten einen Mann finden, der ihren
Maßstäben entspricht.
Die Jungfrau neigt dazu, die
Menschen oberflächlich zu beurteilen, das heißt danach, ob sie
adrett, appetitlich und sauber sind. Infolgedessen geht sie oft an
wertvollen Persönlichkeiten beiderlei Geschlechts vorbei.
Wenn man sie verstehen will, darf
man sie nicht als einen kalten Verstandesmenschen betrachten,
sondern muss sie als eine Frau mit großer Selbstbeherrschung ansehen.
Ihre Gemütsbewegungen sind die gleichen wie die anderer Frauen, aber
sie zügelt sie mehr. Ihre geheimen Sehnsüchte bleiben meistens auch
geheim.
Sie neigt zu Ernsthaftigkeit und
Würde. Bescheidenheit ist ihr von Natur gegeben, und man wird sie
selten dabei ertappen, dass sie sich mit ihren Leistungen brüstet.
Sie hat ausgezeichnete Manieren und benimmt sich immer damenhaft,
außer wenn sie herausgefordert wird. In ihren Augen ist man eine
Dame, wenn man nie einen Menschen beleidigt, es sei denn,
absichtlich. In diesem Fall muss man sich vor ihr hüten. Ja, am
besten geht man in Deckung. Denn sie kann mit Worten angreifen, die
sogar den Stärksten in die Knie zwingen.
Sie hält viel von
Selbstverbesserung und Weiterbildung und bemüht sich sehr, sich
selbst und ihre Lebensstellung zu verbessern. Besonders interessiert
sie sich für Literatur, Musik und Malerei, und viele
Jungfraugeborene entwickeln ein treffendes und scharfsichtiges
Talent als Kritikerin.
Sie macht sich allzu viele
Sorgen. Das rührt teilweise daher, dass sie überzeugt ist,
verstandesmäßig fast jedes Problem lösen zu können. Sie vertraut
ihrem Intellekt mehr als ihrer Intuition, und wenn sie vor einem
Problem steht, kaut sie daran herum wie ein Hund an einem
Fleischknochen, bis die Form deutlich sichtbar zutage tritt.
Sie kann großzügig, geduldig und
gütig sein; aber sie ist auch sehr entschieden - ein kühles Wesen,
dessen Kopf das Herz beherrscht. Wenn sie einen bestimmten Weg
verfolgt, kann nicht einmal ein Hammerschlag auf den Kopf sie davon
abbringen.
Ihre Tatkraft würde für zwei bis
drei ausreichen, und sie nimmt jede Aufgabe mit der Überzeugung in
Angriff, dass niemand sie so gut bewältigen kann wie sie selbst. Bei
jeder Unternehmung ergreift sie alle erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen
gegen einen Misserfolg. Wie ein Trapezkünstler, der ohne Netz
arbeitet, muss sie genau wissen, wo das andere Trapez auf sie wartet,
wenn sie zu ihrem dreifachen Salto durch die Luft startet.
Ihr Reich ist das Heim. Hier
regiert sie, und ein kluger Mann wird sie gewähren lassen. Ihre
Wohnung sieht aus, als lebte niemand darin. Jedes Ding muss an seinem
Platz sein, und jedes hat seinen vorgeschriebenen Platz. Als kluge
Konsumentin kann sie ein Geldstück strecken, bis es quietscht.
Sie weiß, was ein Mann begehrt.
Wenn er es nicht selbst erkennt, wird sie ihm bei der Analyse der
Lage helfen. Aufs Analysieren versteht sie sich. Sie verfolgt mit
der richtigen Entschlossenheit und dem richtigen Tempo praktische,
erreichbare Ziele.
Wenn sie heiratet, dann
gewöhnlich spät im Leben. Sie wird eine perfekte Hausfrau sein, eine
vortreffliche Mutter (obwohl vielleicht ein bisschen zu streng) und
ihrem Mann eine interessante Gefährtin. Sex ist für sie eher eine
Sache der Fortpflanzung als des Vergnügens, und das kann sich
frustrierend auswirken, denn im allgemeinen ist sie hübsch und
behält ihr gutes Aussehen bis weit in die mittleren Jahre.
Sie gibt gern kleine Einladungen,
bei denen alles bis ins kleinste tadellos klappt. Leute mit
schlechten Tischmanieren, nachlässig Angezogene, Fleckenmacher und
Aschestreuer werden von ihr kein zweites Mal eingeladen. Bei
intellektuellen Gesellschaftsspielen tut sie sich hervor.
Im Beruf wirkt sich ihre
Genauigkeit ebenso aus wie zu Hause. Sie kann gut rechnen, und sie
ist die beste Buchhalterin, die man sich vorstellen kann. Sie ist
auch eine glänzende Privatsekretärin, besonders wenn die Branche
ihrer Vorliebe für die eigene Fortentwicklung entgegenkommt. In
jeder Stellung fordert sie einen Lohn, der ihr Unabhängigkeit
sichert. Bei einer wirklich schwierigen Wahl wird sie allerdings
Unterbezahlung in Kauf nehmen, wenn sie gerecht, freundlich und
rücksichtsvoll behandelt wird.
So objektiv und nüchtern sie auch
zu urteilen vermag, in einem Punkt lässt sie sich blauen Dunst
vormachen - nämlich wenn es sich um ihren Geliebten handelt. Seine
Fehler und Schwächen sieht sie nicht. Sie bleibt dem Idealbild, das
sie sich von ihm gemacht hat treu, und ihre Gefühle wurzeln tief,
auch wenn sie nicht offen gezeigt werden.
Sie behandelt den Mann gern, als
ob er gewissermaßen jungfräuliches Land wäre, das erforscht,
überwacht, entwickelt und verbessert werden muss. Sie kennt sich in
der Psyche des Mannes aus, denn sie hat ein beinahe übersinnliches
Wahrnehmungsvermögen für Motivationen, und gewöhnlich ist sie zum
Schluss die Herrin über alles, was sie überwacht.
Sie erwartet von jedem, ebenso
sauber und ordentlich wie sie selbst zu sein. Auf sie hätte der
Zauber des gefeierten Dr. Samuel Johnson nicht gewirkt, der einmal
bei Tisch neben einer parfümierten, eleganten Dame saß. "Herr Doktor
Johnson, sie riechen", bemerkte die Dame. Samuel Johnson, der
Verfasser des ersten englischen Lexikons, nahm es mit Wörtern sehr
genau; er antwortete: "Nein, Gnädigste, Sie riechen. Ich stinke."
Wenn die Dame zu den Jungfraugeborenen zählte, hat sie das sicher
nicht amüsiert. Aber man kann darauf wetten, dass sie eine wirkliche
Dame war.
Das Sexleben der
Jungfrau-Frau
Sie gibt sich über Sex keinen
Illusionen hin und findet, dass man viel zuviel Wesens davon macht.
Sie kann einfach nicht glauben, dass es blitzt und donnert, wenn sich
zwei Körper zu einer durchaus natürlichen Funktion vereinigen.
Sie mag die Männer nicht, die wie
ein Überschallflugzeug bei ihr zu landen versuchen. Sie bevorzugt
diejenigen, die genügend Selbstdisziplin haben, um abzuwarten, bis
sich eine Beziehung entwickelt hat, bei der Sex unvermeidlich ist.
Natürlich würde sie es nicht so ausdrücken. Eher würde sie sagen,
das Seelische sei auch wichtig, und jeder, der nur die rein
körperlichen Aspekte hervorhebt, verstehe die wahre Bedeutung des
Liebemachens nicht. Sie betrachtet die Werbung nicht als eine
Einleitung, die man möglichst rasch hinter sich bringen muss, damit
die Hauptsache endlich beginnen kann, sondern als anmutige,
liebliche Ouvertüre zu einem symphonischen Höhepunkt. Sie genießt
es, mit einem Mann zu schlafen, lässt sich aber deswegen nicht zu
rhapsodischer Gefühlsseligkeit hinreißen, dazu ist sie viel zu sehr
ein Verstandesmensch.
Wenn es nach ihr geht, wird ihr
Schlafzimmer nach frischen Blumen riechen und nicht nach schwülem
aufreizendem Parfüm. Man kann auch keinen dramatischen Auftritt mit
nichts am Leibe als orientalischen Liebesperlen von ihr erwarten. Es
handelt sich schließlich nicht um eine Filmszene, mein Lieber,
sondern ums wirkliche Leben. Wir beide wissen ja, warum wir hier
sind.
Hat sie einmal beschlossen, sich
hinzugeben, wird der Mann jedoch nicht enttäuscht. Ihre weibliche
Grazie und Bescheidenheit, ihre sanft hingebungsvolle Wärme sind
Balsam für jene, die des Scheinfeuerwerks müde sind. Das Ganze wird
zur vollen Befriedigung des Mannes ablaufen.
Wahrscheinlich wird das
Äußerliche vorher im einzelnen besprochen werden, zum Beispiel der
Ort, wo das Ereignis stattfinden soll. Sie bevorzugt ihre eigene
Wohnung, weil sie hier die Kontrolle über den Rahmen hat. Man ist
nicht schlecht beraten, wenn man Champagner mitbringt.
Man wundere sich nicht, wenn sie
eine Dusche oder ein Bad zu zweit vorschlägt. Das lässt mehr Zeit für
die überaus wichtigen Präliminarien und entspricht ihrem
unbezwingbaren Bedürfnis nach Reinlichkeit. Möglich, dass sie den
Mann gründlich abschrubbt, bevor sie eine nähere Berührung erlaubt.
Darüber braucht man nicht gekränkt zu sein. So ist die Jungfrau
eben; am besten man entspannt sich und genießt es.
Das Schlafzimmer ist nur matt
beleuchtet oder verdunkelt, das Bett frisch bezogen, das ganze
Zimmer untadelig, das Telefon abgestellt. Die Jungfrau trifft
Vorsorge für alles. Der Mann kann mit ihr tun, was er will,
vorausgesetzt, er unterlässt all das, was sie als anormal, grotesk,
animalisch betrachtet. Manch einer findet - zu Recht - dass dadurch
ein bisschen viel tabu wird. Aber sie zieht nun mal die Grenzen, was
ihr gefällt und was nicht.
Innerhalb dieser Grenzen
entschädigt sie in höchstem Maße für jedes aufkommende Gefühl der
Einengung. Sie kann aus einem Kuss ein erotisches Erlebnis machen,
das fast dem Liebesakt gleichkommt. Ihrem Liebhaber zu Gefallen geht
sie so weit, ihn in jeder Weise oral zu befriedigen. Darin kann sie
eine Künstlerin werden. Die höchste Wollust bedeutet es für sie, den
Mann glücklich zu machen. Auf der Liste ihrer Varianten jedoch
dürfte neunundsechzig die ausgefallenste Nummer sein.
Unmittelbar nach dem Vorspiel
nimmt sie, wenn der Mann nichts anderes andeutet, die Normalstellung
ein. Aber keine Sorge, sie macht mit, wenn er es anders wünscht. Nur
muss er ihr vorher erklären, was er im Sinn hat; dann kann man sich
darauf verlassen, dass sie ihm zu Gefallen ihr Äußerstes tun wird.
Schließlich ist Sex für sie ja eine Pflichtübung, genau wie das
Kaffeekochen am Morgen. Auch dabei gibt sie sich erst zufrieden,
wenn sie wie die Frau im Werbe-Spot den besten Kaffee auftragen und
dem Mann so eine Freude machen kann.
Wer ihr geheimes Glockenspiel in
Bewegung setzen will, der probiert es bei ihr mit gegenseitigem
Masturbieren. Vorzugsweise in einer Stellung, in der sie die Beine
über dem Gesicht des Partners spreizt, der sie mit der Zunge
bearbeitet, während sie hinter ihrem Rücken mit seinem Penis spielt.
Reine Ekstase. Sie kennt auch ein paar sexuelle Abarten, die
meistens mit Bestrafung zusammenhängen. Der Grund dafür ist klar.
Wenn sie irgend etwas tut, das bei ihr moralische Skrupel
hervorruft, erwartet sie Strafe. Insofern kann sie eine Masochistin
sein. Schläge aufs Hinterteil fasst sie als Bestrafung auf, aber sie
bereiten ihr auch erotisches Vergnügen. Derartige Episoden enden
gewöhnlich mit dem Koitus. Wenn das nicht der Fall ist, wird sie
masturbieren. Hat sie das Gefühl, zu viel Spaß am Sex zu haben, kann
sie die Bestrafung sogar in den Akt als solchen einbeziehen.
Manche Frauen, die im Zeichen der
Jungfrau geboren sind, können nur zu dritt Spaß im Bett haben. Die
dritte Person vertritt dann das "Gewissen", muss sie ständig schelten
und ihr so ermöglichen, sich ohne schlechtes Gewissen zu
befriedigen. Auch all dies wird vorher besprochen, niemand wird
damit überrascht oder überrumpelt, aber auf unergründliche Weise
fühlt sich die Jungfrau dann rein, weil man sie "gezwungen" hat,
mitzumachen.
Der Jungfraumann
Von Merkur regiert, dem Planeten
des logischen Denkens, hat er einen scharfen Intellekt und zeichnet
sich bei geistiger Arbeit aus. Er interessiert sich für fast alles,
wenn es seinem persönlichen Vorwärtskommen förderlich ist. Das
erste, was er von andern Menschen wissen will, ist, ob sie Geld
haben und wie sie damit umgehen. Seiner Meinung nach ist es Sünde,
Geld zu verschwenden, denn es ist ein Maßstab, nach dem sich
Leistungen und Wert der Menschen abschätzen lassen.
Niemand kann den Jungfraumann zu
einem Abenteuer überreden, das ein Risiko in sich schließt. Ein
Instinkt warnt ihn, wenn er auf zu dünnes Eis gerät, und er kehrt
dann einfach um. Vielleicht ist es nicht ganz richtig, bei ihm von
einem Instinkt zu sprechen. Der praktische und analytische Verstand
des Jungfraumannes deckt bei jedem Vorschlag sofort die Risiken.
Wenn er nein sagt, folgt er keiner Ahnung, sondern fällt ein Urteil,
das auf Fakten beruht, wie er sie sieht - und niemand sieht sie
besser. Man kann sich auf sein "Nein" als das letzte Wort verlassen.
Bei ihm bedeutet es nicht "Vielleicht".
Bei der Auswahl seiner Freunde
und Partner lässt er ein feines Unterscheidungsvermögen walten. Dabei
irrt er sich selten. Bestimmt macht er denselben Fehler nicht
zweimal. Er handelt nach dem Sprichwort: "Gebranntes Kind scheut das
Feuer."
Da er erwartet, dass andere
Menschen nach seinen eigenen Maßstäben leben sollen, ist er oft
überkritisch. Was nicht gerade förderlich ist, wenn man Freunde
gewinnen oder Frauen beeinflussen will. Niemand hat gern, wenn sein
Charakter auf den kleinsten Fehler hin durchleuchtet wird. Der
Jungfraumann kann aber einfach nicht anders! Es fällt ihm auch
schwer, einem Menschen zu schmeicheln. Gewöhnlich von nervösem
Temperament, braucht er eine ruhige Umgebung, um sein Bestes zu
geben. Daher auch seine Vorliebe für frische Luft, Gymnastik und
Diät. Die Gesundheit zu pflegen ist ihm heilig, ebenso genügend
Freizeit um die Fähigkeiten zu entwickeln, die ihn im Leben
vorwärts bringen.
Die Frau ist für ihn eine
Kuriosität, die untersucht werden muss, mit der man experimentiert,
die man hätschelt und verzärtelt. Was Sex betrifft, so ist er eben
eine der vielen Facetten des Lebens, eine nicht zu übersehende
Erfahrung vorausgesetzt, man hat Zeit und Lust dazu.
Unter diesem Zeichen sind die
meisten Junggesellen geboren. Jungfraumänner sind so sehr damit
beschäftigt, im Beruf Perfektionisten zu sein, dass für Romantik
nichts mehr übrig bleibt. Sie sind systematisch und gewissenhaft,
haben ein starkes Verantwortungs- und Pflichtgefühl. In der
Hierarchie einer großen Firma findet man den Jungfraumann oft als
zweiten Mann. Er ist methodisch und verlässlich, doch infolge seiner
Bescheidenheit findet er meistens nicht die gebührende Anerkennung.
Er ist ein zuverlässiger,
gescheiter, fleißiger, gewissenhafter Arbeiter. Wird ihm ein Problem
vorgelegt, wird er gewöhnlich die Lösung finden. Wenn er sich dabei
Zeit lässt, liegt es daran, dass er umständliche Nachforschungen
anstellt und Informationen sammelt, um sich gegen jeglichen Irrtum
abzusichern. Wenn er etwas hasst, so ist es, unvorbereitet
überrumpelt zu werden.
Er trägt keine saloppe Kleidung,
und man wird ihn nie mit einem struppigen Bart sehen. In Bezug auf
seine äußere Erscheinung ist er ebenso pedantisch wie in seiner
Ausdrucksweise.
Er gehört nicht zu den
aufregendsten Männern, mit denen sich eine Frau abgeben kann; aber
er wird dafür sorgen, dass sie sich behaglich und glücklich fühlt. Er
spielt auf der Tonleiter der Leidenschaft nicht von Alpha bis Omega,
verlangt aber auch nicht fortwährende Aufmerksamkeit, stellt sich
nicht ins Scheinwerferlicht, bleibt immer freundlich und
rücksichtsvoll. Selbst wenn er herausgefordert wird, verliert er
nicht so leicht die Beherrschung.
Wenn man nach einem gemeinsam
verbrachten Abend die Tür zumacht, stellt er nicht den Fuß
dazwischen. Er wartet ab, bis er ins Schlafzimmer eingeladen wird.
Er ist kein Jäger, sondern zieht es vor, der Gejagte zu sein. Als
Sexpartner beweist er Ausdauer. Andere Männer mögen sich in
hektischer, rasch entzündeter Leidenschaft auskennen, der
Jungfraumann hingegen ist immer noch da, wenn andere längst eine
Bruchlandung gemacht haben.
In der Beziehung zu einer Frau
mag er eine väterliche Einstellung annehmen und ein beschützerisches
Interesse an ihrem Leben bekunden. Er kann ein unschätzbarer Freund
und Ratgeber sein. Wenn sie mehr Romantik wünscht, muss sie sich auf
einen Kampf gefasst machen. Zur Heirat entschließt er sich nur
schwer, sicher erst nach langen Überlegungen, ob sie als
Lebensgefährtin seiner Laufhahn nützlich sein wird, ob sie genügend
Geld hat, sein Leben zu verbessern, ob sie ihm ein behagliches Heim
bieten wird, so dass er ungestört seiner Tätigkeit nachgehen kann.
Seinerseits wird er Geborgenheit,
Zuverlässigkeit, Treue bieten. Große Geselligkeit und
gesellschaftlichen Trubel darf sie nicht erwarten, denn das ist
nicht sein Bier. Er verbringt seine Freizeit lieber mit Gartenarbeit
oder mit Lesen. Sie braucht sich nicht zu sorgen, dass er sich die
Nacht in der Kneipe um die Ohren schlägt. Ein Gesellschaftslöwe ist
er nicht.
Sie wird finanzielle Sicherheit
finden, aber das bedeutet nicht, dass sie alles bekommen wird, was
sie sich wünscht. Er behält eine Münze gern in der Hand und nennt
diese Einstellung "den Wert des Geldes verstehen". Für
Kinkerlitzchen darf schwerverdientes Geld nicht ausgegeben werden.
Andererseits reist er nicht zweiter Klasse. Alles zu seiner Zeit und
bei richtiger Gelegenheit.
Er ist durch und durch treu. Die
Frau, mit der er sich verbindet, wird nicht betrogen. Er spielt
seine Karten genauso aus, wie sie ihm zugeteilt worden sind. Treue
ist für ihn kein leerer Wahn. Aber wie bei vielen Menschen, die sich
zu hoher Moral bekennen, lässt sich seine Moralität oft auf einfache
Begierdelosigkeit zurückführen.
Romantische Aufregung? Nein.
Sicherheit? Ja.
Das Sexleben des
Jungfraumannes
Der Jungfraumann geht nicht auf
Mädchensuche. Wenn seine Partnerin daran zurückdenkt, wie es
eigentlich angefangen hat, wird ihr einfallen, dass sie den ersten
Schritt getan hat. Er ist zu scheu, den Anfang zu machen.
Wahrscheinlich hat sie ihn ganz zufällig durch gemeinsame Bekannte
oder am Arbeitsplatz kennen gelernt.
Zur ersten Verabredung sollte sie
besser pünktlich erscheinen - und das auch weiterhin -, denn
Pünktlichkeit ist wichtig. Andere Eigenschaften, die er besonders
bewundert, sind Takt, Haltung, gute Umgangsformen (einschließlich
Tischmanieren) und eine breite Skala in der Unterhaltung. Er möchte
den Ort des Stelldicheins wählen, und er hat feste Vorstellungen von
den Menschen, mit denen er zusammenkommen mag.
Man braucht keine Sorgen zu
haben, dass sich seine Hand unter dem Tisch an die falschen Stellen
verirrt, er in der Öffentlichkeit demonstrativ Zärtlichkeiten
verteilt, oder dass er nach dem Ausgehen noch den berüchtigten
Schlummertrunk in der Wohnung der Angebeteten erwartet. Das ist
nicht seine Art.
Doch wenn der kritische
Augenblick kommt, ist er auf alles vorbereitet. Findet das Ereignis
bei der Partnerin statt, wird er alles mitbringen, Pyjama,
Rasierzeug, Zahnbürste, frisches Hemd, saubere Socken und
wahrscheinlich auch seinen Wecker, damit er rechtzeitig am
Arbeitsplatz erscheinen kann! Vielleicht bringt er auch die Frage
aufs Tapet, wie man es gern hätte, bevor es losgeht.
Es kommt bei ihm nicht zu
vulgärer Entfaltung von Leidenschaft, nicht zu unerwünschter
Aufdringlichkeit. Sein Vorspiel ist eher einstudiert, sogar
methodisch. Er versteht etwas von der weiblichen Anatomie. Da er
vorher genau geklärt hat, was eine Frau anregt, wird er die
richtigen Reaktionen auslösen. Seine Technik ist eher ästhetisch als
sinnlich, und falsche Impulse können seine Leistungen
beeinträchtigen. Allerdings schreibt er das dann eher den Umständen
als sich selbst zu.
Doch immer ist er empfänglich für
Anregungen, und eine aggressive Frau kann fast alles von ihm haben,
was sie sich wünscht. Nur darf man von ihm nicht viel Phantasie
erwarten. Er wird sich sehr bemühen, und eine Frau, die bei ihm den
Höhepunkt verpasst, ist selbst daran schuld. Der aufopferungsfähige
Jungfraumann verrenkt sich geradezu, um seine Bettgenossin zu
erfreuen.
Wenn der Jungfraumann nicht durch
besondere Umstände oder Tricks angeregt wird, begnügt er sich mit
der Normalstellung. Und das möglichst unter der Bettdecke. Mit einer
Ausnahme: Er hat es gern, wenn sich seine Gespielin mit
aufgestützten Ellbogen bäuchlings auf den Boden legt, so dass er sie
von hinten nehmen kann.
Neuen Techniken ist er nicht
abgeneigt, wenn sie ihm nicht aufgezwungen werden. Darin ähnelt er
einer Rosenknospe, die mit liebevoller Sorgfalt behandelt werden
muss,
wenn die volle Blüte ihrer sinnlichen Schönheit zur Geltung kommen
soll.
Ein guter Tipp: Ein leichter Biss
in sein Hinterteil lässt seinen Puls schneller schlagen und führt
gewöhnlich zu einer raschen Erektion.
Nicht alle Geschichten über die
Kühle des Jungfraumannes im Schlafzimmer sind unwahr. Da er nicht
sehr sexbetont ist, kann das leicht in Gleichgültigkeit ausarten. Es
soll vorkommen, dass er jahrelang verheiratet ist, ohne von seinen
Rechten oder Pflichten als Ehemann Gebrauch zu machen. "Wer rastet,
der rostet", heißt es so schön in einem Sprichwort. Den Jungfraumann
sollte man nicht rasten lassen!
Bei gewissen Konstellationen kann
er zum Voyeur werden. Die frühen Anzeichen - harmlose Blicke auf
Badenymphen im Bikini, ein lüsterner Blick durchs Fernglas - können
sich zur Pornographie-Besessenheit auswachsen. Bei Pornoliteratur
und Sexfilmen befriedigt er sich selbst. Dann ist ein normales
Sexleben für ihn nicht mehr möglich.
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Jungfrau und Partner |
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Jungfrau und Widder |
Die Jungfrau
kann von dem kühnen Widder fasziniert sein. Aber er braucht
einen leidenschaftlichen Bettgenossen, und die Jungfrau ist zu
gehemmt, um da zu genügen. Der Widder ist stets auf Abenteuer
aus, die Jungfrau hingegen hält sich gern ans Erprobte und als
echt Erkannte. Sie liebt anregende Gespräche, der Widder
hingegen anregende Aktion. Ein aussichtsloses Verhältnis; eine
Ehe, die gewiss nicht im Himmel geschlossen worden ist. |
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Jungfrau und Stier |
Der Stier will
seinen Sex ohne allzu viele Sperenzchen genießen, wohingegen die
Jungfrau gern analysiert, prüft - und vielleicht kritisiert. Im
übrigen erweist sich die Jungfrau als williger, wenn nicht gar
leidenschaftlicher Partner für den Stier. Auf anderen Gebieten
besteht wahre Übereinstimmung. Beide sind materialistisch,
praktisch, bewundern Tüchtigkeit und sind Heimchen am Herd. Ein
glückliches - wenn auch nicht sehr aufregendes - Verhältnis und
entschieden eine aufbaufähige Ehe. |
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Jungfrau und Zwillinge |
Sie können in
sexueller Hinsicht miteinander auskommen, weil die Jungfrau auf
diesem Gebiet ziemlich unpersönlich ist und die Zwillinge im
allgemeinen nicht sehr leidenschaftlich sind. Aber die Zwillinge
sind viel impulsiver und stoßen sich leicht an der Nörgelei der
Jungfrau. Sie brauchen Freiheit und nehmen den Wunsch der
Jungfrau, Kontrolle auszuüben und zu dominieren, nicht ohne
weiteres hin. Die Jungfrau findet sie flatterhaft und
verantwortungslos. Ein Verhältnis ist möglich, doch einen
Ehevertrag sollte man nicht unterzeichnen. |
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Jungfrau und Krebs |
Die Jungfrau
vermittelt die gefühlsmäßige Geborgenheit, die der Krebs
braucht, und erweist die kleinen Aufmerksamkeiten, die von Liebe
sprechen. Das Anlehnungsbedürfnis des Krebses findet Erfüllung
beim Beschützerdrang der Jungfrau. Die Phantasie des Krebses
wirkt sich bei der Jungfrau anregend aus, und sein Bestreben,
gefällig zu sein, vertieft ihre Zuneigung. Beide werden aus
ihrem Schneckenhaus hervorkommen und das Leben genießen können.
Ein inniges Liebesverhältnis, eine dauerhafte Ehe. |
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Jungfrau und Löwe |
Der Löwe ist
sexgebunden, die Jungfrau interessiert sich mehr für Sicherheit
als für Tummelei im Bett. Darüber werden sich Streitigkeiten
ergeben, vor allem aber auch wegen der unseligen Neigung der
Jungfrau, Kritik zu üben - und der Löwe ist und bleibt über jede
Kritik erhaben. Die praktische, sachliche Lebenseinstellung der
Jungfrau verträgt sich auch nicht mit der überschwänglichen,
optimistischen Natur des Löwen. Ein Verhältnis dürfte nur von
ganz kurzer Dauer sein, eine Ehe kann zu einer Katastrophe
werden. |
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Jungfrau und Jungfrau |
Sie haben die
sexuelle Zurückhaltung gemeinsam und betrachten eine
Liebesbeziehung als Grundlage einer wichtigeren Angelegenheit,
nämlich einer Partnerschaft fürs Leben. Die Anforderungen im
Schlafzimmer werden nicht übertrieben sein, aber das schließt
Beschwerden und Kritik nicht aus. Dagegen kann die Jungfrau
einfach nicht an. Ein gespanntes Verhältnis, aber eine Ehe steht
unter guten Aspekten, wenn Langeweile nicht zu früh einsetzt. |
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Jungfrau und Waage |
Die liebevolle,
zärtliche Waage fühlt sich vom kühlen, analytischen Wesen der
Jungfrau zurückgestoßen. Mit ihrer übertriebenen Kritik
untergräbt die Jungfrau das Selbstvertrauen der Waage. Der
gelegentliche Leichtsinn der Waage missfällt dem
Jungfraugeborenen, der Unbesonnenheit nicht erträgt. Die beiden
Zeichen haben wenig Gemeinsames. Ein schwieriges Verhältnis;
eine Ehe zieht man besser nicht in Betracht. |
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Jungfrau und Skorpion |
Diese beiden
vertragen sich im Grunde sehr gut, auch wenn die Jungfrau das
sexuelle Feuer des Skorpions zum Erlöschen bringen kann. Der
Skorpion möchte die Sexualität der Jungfrau wecken, und sie
wundert sich, dass er so draufgängerisch ist - können sie nicht
ebenso sehr Freunde wie Liebespaar sein? Wenn sich die Jungfrau
auf einen Kompromiss einlässt, fügt sich der Skorpion. Ein
interessantes Verhältnis mit guten Aussichten für eine dauernde
Verbindung. |
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Jungfrau und Schütze |
Die
unbekümmerte Einstellung des Schützen zum Sex kann die Jungfrau
zum Wahnsinn bringen. Ihr Verlangen nach Sicherheit kommt bei
dieser Beziehung so sehr zu kurz, dass sie wirklich leidet. Der
Schütze bemüht sich kaum oder gar nicht, die Bedürfnisse der
Jungfrau zu verstehen, und verliert über ihrer vorsichtigen,
prüden Einstellung zum Sexuellen die Geduld. Unweigerlich wird
sich der Schütze nach einem anderen erotischen Ventil umsehen.
Die beiden können ein Wochenende miteinander verbringen, aber
niemals ein ganzes Leben. |
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Jungfrau und Steinbock |
Die Jungfrau
mag sich zum Steinbock hingezogen fühlen, doch das Feuerwerk
wird verpuffen. Sie findet, dass sie wegen der anderweitigen
Interessen des Steinbocks die zweite Geige spielt, und das kann
zu einem Konflikt führen. Sonst harmonieren die beiden Zeichen.
Beide sind sehr praktisch, emotionell zurückhaltend, sparsam,
geistig aktiv. Ein Verhältnis könnte ziemlich langweilig sein,
eine Ehe aber gut und dauerhaft. |
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Jungfrau und Wassermann |
Beide sehen in
einer Liebesbeziehung eher einen intellektuellen Zeitvertreib
als körperliche Betätigung. Diese ideale Übereinstimmung wird
durch andere Differenzen gestört. Die Jungfrau ist in Bezug auf
Sex sittenstreng, der Wassermann neigt zu Seitensprüngen. Sie
fühlt sich vernachlässigt, er vermisst bei ihr spontane
Reaktionen. Die Liebe wird mit der Zeit eher abnehmen als
wachsen. Ein realistisches Verhältnis; eine Eheschließung wäre
unklug. |
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Jungfrau und Fische |
Bei der
Jungfrau ist Liebe eng verbunden mit Geborgenheit, körperliches
Bedürfnis mit geistiger Übereinstimmung. Bei Fischen ist Liebe
allumfassend, bildet den Mittelpunkt des Lebens, des
Ästhetischen, der Romantik und der emotionalen Regungen. Die
umsichtige, disziplinierte Einstellung der Jungfrau zum Sex ist
ganz verkehrt, wenn sie es mit den schwülstigen,
uneingeschränkten Wünschen der Fische zu tun bekommt. Wenn die
Zurückhaltung der Jungfrau nicht durchbrochen werden kann,
ergibt sich eine kurzfristige, wenig beglückende Verbindung und
eine unglückliche Ehe. |
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